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Bericht zur Lage der Bibliotheken 2011

Press Release: Deutscher Bibliotheksverband [October 20, 2011]

Copyright (c) 2011 Deutscher Bibliotheksverband

Abstract: Heute wurde in einer Pressekonferenz in Göttingen der zweite Bericht zur Lage der Bibliotheken vorgestellt. Mittelkürzungen in der Hälfte aller Bibliotheken stehen dabei steigenden Anforderungen gegenüber. Die Hälfte aller Hochschulbibliotheken müssen jetzt oder in den nächsten Monaten Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung hinnehmen; das trifft auch auf die öffentlichen Bibliotheken zu. Es gibt keine Entwarnung: Die aktuelle Situation der kommunalen Bibliotheken hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verbessert, der allgemeine positive Trend schlägt sich nicht ausreichend nieder. Während die Hochschulen über alle Erwartungen hinaus von mehr als 500.000 Studienanfängern (Vorjahr: 445.000) überrannt werden, berichten 41% aller befragten Einrichtungen über bereits erfolgte oder fest geplante Kürzungen der Zuweisungen.


20.10.2011. Heute wurde in einer Pressekonferenz in Göttingen der zweite „Bericht zur Lage der Bibliotheken" vorgestellt. Mittelkürzungen in der Hälfte aller Bibliotheken stehen dabei steigenden Anforderungen gegenüber. Die Hälfte aller Hochschulbibliotheken müssen jetzt oder in den nächsten Monaten Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung hinnehmen; das trifft auch auf die öffentlichen Bibliotheken zu. Es gibt keine Entwarnung: Die aktuelle Situation der kommunalen Bibliotheken hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verbessert, der allgemeine positive Trend schlägt sich nicht ausreichend nieder. Während die Hochschulen über alle Erwartungen hinaus von mehr als 500.000 Studienanfängern (Vorjahr: 445.000) überrannt werden, berichten 41% aller befragten Einrichtungen über bereits erfolgte oder fest geplante Kürzungen der Zuweisungen.

Der „Bericht zur Lage der Bibliotheken" klärt aber aber nicht nur über die erschreckende Situation an Hochschulbibliotheken und die unbefriedigende finanzielle Entwicklung bei den kommunalen Bibliotheken seit der ersten bundesweiten Erhebung im letzten Jahr auf. Erstmals fokussiert eine Landkarte die Gemeinden Deutschlands mit über 5.000 Einwohnern, die keine hauptamtlich geleitete Bibliothek besitzen.

Die Zahl der bisher digitalisierten Bestände in den wissenschaftlichen Bibliotheken verdeutlicht die dringend notwendige Aufstockung der Finanzmittel für die Digitalisierung. Der dbv fordert, dass in den Jahren 2012 bis 2016 ein zusätzlicher Betrag von

10 Mio. Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt wird, um jährlich weitere 200.000 Titel zu digitalisieren. Die neuen 24/7 Angebote von e-books und anderen Download-Medien in ca. 300 besonders innovativen öffentlichen Bibliotheken zeigen, dass auch hier eine flächendeckende digitale Perspektive benötigt wird, damit das System des freien Zugangs zu Informationen in allen Medienformaten nicht in Frage gestellt wird.

Der Ausbau von speziellen Bibliotheksangeboten für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche und die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz gewinnen im Kontext der notwendigen Förderung von Lesefähigkeit besondere Bedeutung. Angesichts der im Koalitionsvertrag postulierten „Bildungsrepublik Deutschland" fordert der Deutsche Bibliotheksverband alle Politiker auf, sich weiteren Kürzungen im Bibliotheksbereich entschieden zu verweigern. Stattdessen soll durch Bibliotheksgesetze in den Bundesländern, durch Bibliotheksentwicklungspläne und durch die konsequente Förderung von Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen das Bibliotheksangebot in den Städten und Gemeinden gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen mit Nachdruck gestärkt werden.

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Publication Year:2011
Type of Material:Press Release
Language English
Issue:October 20, 2011
Publisher:Deutscher Bibliotheksverband
Company: Deutscher Bibliotheksverband
Record Number:16239
Last Update:2012-12-29 14:06:47
Date Created:2011-10-29 20:58:02